Leitbild

"Jeder Mensch hat die Fähigkeit ein Leben lang zu lernen, und jeder Mensch hat das Recht auf eine angemessene Bildung, Entwicklung und Förderung."

Um diesen Grundsatz teilweise verwirklichen zu können verstehen wir uns als VertreterInnen einer gesellschaftlich schwachen Gruppe. Damit ist für uns die Aufgabe der Wahrnehmung der Interessen einer Minderheit gegenüber einer Mehrheit verbunden. Treffend drückt dies folgendes Zitat von René Simmen aus dem Buch Heimerziehung im Alltag aus: "Die gesellschaftliche Aussonderung rückgängig machen heisst, das Menschenbild der Gleichheit und Würde aller in seiner ganzen Konsequenz, auch für den behinderten Bewohner im Heim, gültig werden zu lassen. Das bedeutet nichts anderes, als den Behinderten wieder als gleichwertiges und gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft zu anerkennen und im Rahmen unserer Möglichkeiten in unserer Institution, ihm das zurückzugeben, was ihm in der gesellschaftlichen Aussonderung im sozialen, rechtlichen und ethischen Sinne vorenthalten wird." Nach diesem Grundsatz hat sich unser Denken und Handeln zu richten, denn das Behindertsein gehört zum Menschen.

In diesem Sinn tragen wir auch den Grundbedürfnissen unserer Bewohnerinnen und Bewohner Rechnung, mit dem Ziel der Erhaltung und Förderung ihrer individuellen Lebensqualität.

In Bezug auf die Arbeitssicherheit und Gesundheit verhindern wir durch Sensibilisierung der MitarbeiterInnen und BewohnerInnen sowie durch vorbeugende Massnahmen und Schulungen Arbeitsunfälle und arbeitsassoziierte Gesundheitsprobleme. Dies verstehen wir als auch Teil unserer sozialen Verantwortung.

Ziel und Zweck der Institution

  • Führen von Wohngruppen für erwachsene Menschen mit einer geistigen und mehrfachen Behinderung, mit dem Auftrag eine geeignete Dauerwohnstätte zu schaffen.
  • Führen eines Atelierbereiches in kleinen Gruppen.
  • Schaffen von sinnvollen Arbeits- und Freizeitbeschäftigungsangeboten im Rahmen der individuellen Möglichkeiten der BewohnerInnen.
  • Begleitung, Betreuung, Förderung, Entwicklung und Pflege in allen Lebensbereichen für alle Menschen, die bei uns wohnen und arbeiten.
  • Keine Ausgrenzung von Menschen mit einer anderen Behinderung und schwierigem Verhalten.


Grundhaltung zu den betreuerischen, begleitenden, pflegerischen und fördernden Aufgabenbereichen

  • Wir bauen auf den Fähigkeiten (Ressourcen) der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner auf.
  • Wir orientieren uns in der alltäglichen Arbeit mit den Bewohnerinnen und Bewohnern am Normalisierungsprinzip. 
  • Ganzheitliche Betreuung und Begleitung der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner. Dazu gehört auch die Einzelförderung in der gewohnten Umgebung mit vertrauten Personen.
  • Wohnen vor Pflege in Bezug auf die Atmosphäre der Wohngruppen.

Pflegeleistungen erbringen wir, solange bis der Zustand einen Spitaleintritt oder den Eintritt in ein Pflegeheim unumgänglich macht.


Betreuerische, begleitende, pflegerische und fördernde Zielsetzung

Es gilt dem einzelnen Behinderten eine ihm im Rahmen seiner Entwicklungsmöglichkeiten angemessene und seinen Bedürfnissen angepasste ganzheitliche Betreuung, Begleitung, Pflege und Förderung zukommen zu lassen. Das Ziel ist, eine optimale Selbständigkeit während seines ganzen Lebens anzustreben und somit seine persönliche Lebensqualität zu erhöhen. Es soll ihm im Alltag ermöglicht werden an der Vielfalt des Lebens aktiv teilzunehmen soweit es mit den individuellen Voraussetzungen vereinbart werden kann.

Die Tagesgestaltung und die Tagesbeschäftigung sollen den Fähigkeiten, Bedürfnissen und Möglichkeiten der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohnern angepasst sein und sinnesstiftend wirken. Vorhandene Ressourcen sind aufzuspüren, zu fördern und aufzubauen.

Orientierungshilfen im Alltag, wie geeignete, individuell angepasste Tagesstrukturen, sollen Sicherheit und Vertrauen vermitteln.

Der gesamte Wohnbereich soll für die Bewohnerinnen und Bewohner ein Zuhause, eine bleibende Heimat werden. Wenn immer möglich bis zu ihrem Tod.

Der persönliche Wille jeder einzelnen Bewohnerin, jedes einzelnen Bewohners ist zu respektieren, und die einzelnen Begegnungen sind als partnerschaftlich zu verstehen und zu gestalten.

Bewohner/in von Sternbild